Themenartikel Januar 2011
Durchgebundene internationale Katalogtrassen
Überspringen: Durchgebundene internationale KatalogtrassenUm die EU-Verordnung zur Schaffung eines Schienennetzes für einen wettbewerbsfähigen Güterverkehr umzusetzen, wurde bei der DB Netz AG das Projekt „neXt“ ins Leben gerufen. Die Verordnung hat zum Ziel, die Qualität des europäischen Schienengüterverkehrs mit Hilfe von zunächst europaweit acht grenzüberschreitenden Verkehrskorridoren und einer stärkeren Koordination der nationalen Netzbetreiber zu erhöhen.
Deutschland ist von drei Korridoren betroffen:
- Rotterdam / Antwerpen–Duisburg–Basel–Mailand–Genua (Korridor 1)
- Oslo / Stockholm–Malmö–Kopenhagen–Hamburg–Nürnberg–München–Innsbruck–Verona–Neapel (Korridor 3)
- Bremerhaven / Rotterdam / Antwerpen–Aachen–Hannover–Berlin–Warschau (Korridor 8)

In den kommenden drei Jahren (Korridor 1) bzw. fünf Jahren (Korridore 3 und 8) müssen die Regelungen für diese Korridore umgesetzt werden. Eine Forderung ist dabei bestimmte vordefinierte Zugtrassen im Rahmen des Marktbedürfnisses weit vor der Erstellung des eigentlichen Netzfahrplans für grenzüberschreitende Güterzüge bereitzustellen.
Erste Analysen im Projekt „neXt“ ergaben, dass die Bereitstellung von vordefinierten Zugtrassen bereits vor der Netzfahrplanerstellung nur möglich ist, wenn diese standardisiert und systematisiert angeboten werden. Denn zum Zeitpunkt der Erstellung und Veröffentlichung 11 Monate vor Fahrplanwechsel existiert noch keine konkrete Nachfrage. Bekannt sind lediglich Prognosen, erhoben mittels einer Verkehrsmarktstudie.
Weitere Studien haben gezeigt, dass die Anzahl der geforderten Korridor-Güterverkehrstrassen ausschlaggebend dafür ist, ob und in welchem Umfang gegebenenfalls über eine weitere Systematisierung von Güterverkehrstrassen auf den Korridoren nachgedacht werden muss. Die Verkehrsmarktstudien der einzelnen Korridore werden hierzu mehr Aufschluss geben.
Die DB Netz AG hat entschieden, ihren Kunden das Produkt der „durchgebundenen internationalen Katalogtrassen“ bereits für den Netzfahrplan 2012 bereitzustellen. Dann werden 75 internationale Katalogtrassen pro Woche angeboten.
Hauptvorteile von diesen Zugtrassen sind optimierte Fahrzeiten und durchgebundene und an den Grenzen mit den Nachbarinfrastruktur- betreibern abgestimmte Übergangszeiten auf dem bestehenden RNE-Korridor C02 (zukünftig EU-Korridor 1) von Emmerich beziehungsweise Aachen nach Basel/ Italien. Die Trassenzuweisung erfolgt nach dem bestehenden Verfahren im Rahmen der Netzfahrplanerstellung. Auf Basis der Angebotstrassen der DB Netz AG können die Eisenbahnverkehrsunternehmen/ Zugangsberechtigten unter Angabe der entsprechenden Referenznummer der Katalogtrassen ihre Anmeldungen abgeben.
Mit einem aktiven Fahrlagenangebot möchte die DB Netz AG für die Zukunft ihre Fahrplaninstrumente noch besser an den Kundenerfordernissen ausrichten.
Letzte Aktualisierung: 24.01.2011
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